WEINBERG ZESCH

Erstmals erwähnt wird der Zescher Weinberg 1595. Er war der westlichste Ausläufer des Weinbaugebiets um Teupitz, das zur Niederlausitz gehörte. Da sich Zesch im Besitz der Herren von Baruth befand, gehörte diesen – ab 1596 den Grafen bzw. Fürsten zu Solms – auch der Weinberg. Den 30jährigen Krieg, der das Dorf weitgehend entvölkert hatte, überstand der Weinberg ohne größere Schäden. Eine zeitgenössische Quelle gibt darüber Auskunft, dass sogar die Presse und das Winzerhaus überlebt haben.

Der Weinberg war bis nach 1945 noch in Betrieb - eine große Besonderheit, denn die meisten Weinberge der Region – so in Teupitz, Baruth, Jüterbog und Zossen – waren schon lange stillgelegt. Der Zescher Weinberg konnte sich, als letzter der gesamten Region, bis nach 1945 halten und ist damit derjenige, der am längsten kontinuierlich betrieben wurde.

Seine Wiederinbetriebnahme hat sich der Verein zur Förderung des historischen Weinbaus in Zesch e.V. zum Ziel gesetzt.

Die Rebfläche soll 3.000 m² umfassen. Angebaut werden sollen zwei Rotweinsorten und eine Weißweinsorte.

Weißer Burgunder

Der Weiße Burgunder wird in vielen europäischen Ländern angebaut, vor allem in Frankreich (Pinot blanc). Der Weißburgunder präsentiert sich mit feinfruchtigem Duft. Typisch ist sein leicht nussiges Aroma. Trocken ausgebaut ist der Weißburgunder mit seiner frischen Säure und einer feinen Frucht ein idealer Menüwein. Leichte Weißburgunder sind dezenter im Aroma, das häufig an grüne Nüsse, Apfel, Birne, Quitte, Aprikose, Zitrusfrüchte oder frische Ananas erinnert.

Regent

Die Rebpflanze ist sehr widerstandsfähig gegen Pilzkrankheiten. In seinem Geschmack ähnelt der Regent südländischen Weinen. Er ist sehr gehaltvoll und verfügt über eine moderate Säure. Besonders die leichten Aromen von Beeren, vor allem Kirschen, Cassis und Johannisbeeren, lassen den Regent gut duften.

Acolon

Diese Rotweinsorte hat sich innerhalb weniger Jahre einen Platz im deutschen Rotweinsortiment erobert. Acolon reift recht früh, erreicht eine hohe Farbintensität und beachtliche Mostgewichte. Neben feinen Fruchtaromen weisen die Weine eine gute Struktur und Länge, aber meist nur eine dezente Gerbstoffnote auf.

Der Verein zur Förderung des historischen Weinbaus in Zesch e.V. sieht sich als Teil der Initiative zur Wiederbelebung der Tradition des Brandenburger Weinbaus. Die Voraussetzungen dazu sind günstig, denn viele der Faktoren, die einst zum Aus des regionalen Weinbaus beigetragen haben, gehören heute der Vergangenheit an. So gibt es neue, geeignetere Rebsorten, und auch die neuerliche Klimaveränderung könnte sich positiv auswirken. Gerade der Zescher Weinberg bietet sich in besonderem Maße zur Reaktivierung an. Nicht nur, dass er durch seine lange, kontinuierliche Nutzung bis heute im Bewusstsein der Bewohner der umliegenden Dörfer fest verankert ist.

Die Reaktivierung des Zescher Weinbergs soll auch dazu beitragen, einem einst landestypischen Produkt zu neuen Ehren zu verhelfen und gleichzeitig das Image und die Attraktivität der Region zu stärken. Bereits jetzt ist der Weinberg an den Wanderweg „Rund um den Großen und Kleinen Zeschsee“ angebunden.

Neuland in Brandenburg ist, die Bewirtschaftung des Weinbergs auch unter dem Aspekt der Artenvielfalt zu organisieren. Weinbergtypische Sträucher und Gehölze sollen gefördert werden.

Ermöglicht wurde das Vorhaben durch die Unterstützung des jetzigen Eigentümers, Graf von Hatzfeldt-Wildenburg und seiner Verwaltung mit Sitz in Schönstein. Der Weinberg Zesch gehört zum 6.700 ha umfassenden Revier Massow, in dem sich zahlreiche Natur- und Landschaftsschutzgebiete befinden. Teile des Reviers liegen im Naturpark Dahme-Heideseen. Die Wälder werden nach den Kriterien des Zertifizierungssystems  FSC (Forest Stewardship Council) und den Regeln der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) bewirtschaftet.