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Brandenburger Weinbautreffen in Großräschen

Am 16.08.2013 fand ein Treffen des Arbeitskreises Weinberg des Netzwerkes Weinbau im Land Brandenburg in Großräschen statt. Unser Verein war mit Uta Schelinski und Carsten Preuß vertreten. Gastgeber war diesmal der Landwirtschaftsbetrieb Lindenfeld GbR. Der Betrieb bewirtschaftet auch den 1 ha großen Großräschener Weinhang unterhalb der IBA-Terrassen. Geschäftsführer Dr. Andreas Wobar begrüßte die 26 Gäste und gab Erläuterungen zum 5.000 Reben umfassenden Weinberg. Angebaut werden 1.100 Pflanzen vom Cabernet Blanc, 1.700 Pflanzen Solaris und 2.200 Pflanzen vom roten Pinot.
 
Die letzten 1.400 Rebstöcke wurden erst im Mai dieses Jahres gepflanzt, während die ersten Rebstöcke im April 2012 gepflanzt wurden. In diesem Jahr wurde auch eine Tröpfchenbewässerungsanlage installiert und die Drahtgerüstanlage fertiggestellt. Die Pflanzen auf dem mit 30 Prozent Schräglage steilsten Weinberg Brandenburgs (im Vergleich: Zesch hat eine 14%ige Hangneigung) haben sich gut entwickelt.
 
Nach der Betriebsvorstellung wurde in den Gebäuden der IBA-Terassen mit Blick auf den Großräschener See die weitere Tagesordnung behandelt.
 
Herr Schubert vom Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft informierte darüber, dass das derzeit bestehende Pflanzrechtsregime im wesentlichen auch in Zukunft in Deutschland bestehen wird. Möglicherweise wird ein Flächenzuwachs in Brandenburg von 1 % der bestehenden Rebfläche jährlich zugelassen. Das wären 3.000 m². Derzeit gibt es in Brandenburg eine Rebfläche von 30 ha, dass sind 0,03 % der gesamten Rebfläche in Deutschland. Für Brandenburg bestand bislang die Hoffnung, dass die zulässige Rebfläche deutlich erweitert werden kann. Dies ist jedoch nicht in Sicht.
 
Herr Wilfried Olzog vom Gubener Weinbau e. V., der zugleich den Arbeitskreis Weinberg leitet, informierte darüber, was bei der Vorbereitung der Weinlese zu berücksichtigen ist. Dabei ging es nicht nur um die Lese, sondern auch um die Vorbereitungen im Weinkeller.
 
Auf Bitten von Herrn Olzog haben wir kurz unseren Weinberg in Zesch vorgestellt. Auf besonderes Interesse stieß, dass der Zescher Weinberg als letzter der gesamten Region, bis 1945 in Betrieb und damit derjenige war, der am längsten kontinuierlich betrieben wurde.
 
Dr. Martin Krause vom Weinberg in Klein Oßnig stellte die Idee eines „Tages des offenen Weinbergs“ vor, der jeweils am 3. Wochenende im August ab 2014 stattfinden soll.
 
Bereits in diesem Jahr wird es am 16.08.2013 in Klein Oßnig und drei weiteren Weinbergbetrieben einen Probelauf geben.
 
Herr René Lehmann von pro agro, dem Verband zur Förderung des ländlichen Raumes im Land Brandenburg e.V., stellte den Verein und die Idee der Landpartie vor. Die Tradition der Brandenburger Landpartie gibt es seit 1994 in Brandenburg und sie hat viele Facetten, die durch den Weinbau erweitert werden können.
 
Nach dem Mittagsimbiss stand das Thema „Bildung einer Fachgruppe Weinbau“ im Gartenbauverband Berlin-Brandenburg e.V. auf der Tagesordnung. Dessen Geschäftsführer, Dr. Andreas Jende, stellte den Verband vor. Er bündelt die Interessen des Zierpflanzen-, Obst- und Gemüsebaus, der Staudenbetriebe, der Baumschulen und der gärtnerischen Dienstleister, wie Garten- und Landschaftsbau, Friedhofsgärtnereien, Einzelhandelsgärtnereien und Floristik. Künftig soll nun auch der Weinbau dazu kommen.
 
Die anwesenden Mitglieder des Arbeitskreises Weinberg erörterten zunächst, welche Vorteile mit dieser Mitgliedschaft verbunden sind. Als Vorteilhaft wurde eine gemeinsame Interessenvertretung gesehen. Allerdings hatten einige kleine Vereine, so auch unser Verein, die Bedenken, dass ein hoher Mitgliedsbeitrag nicht von allen aufgebracht werden kann. Hinsichtlich des Mitgliedsbeitrages konnten auch die Interessen der kleinen Vereine berücksichtigt werden. Innerhalb des Gartenbauverbandes soll dann das Netzwerk Weinbau in der „Fachgruppe Weinbau“ fortgeführt werden.
 
Ein Dank geht an Frau und Herrn Dr. Wobar für die perfekte Organisation des Treffens. Das nächste Treffen des Arbeitskreiseses Weinberg findet im November 2013 beim Weinbaubetrieb Dr. Lindicke in Werder bei statt.
 

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