Aktuelles

Fachgruppe Weinbau in Brandenburg gegründet

Weinland Brandenburg gewinnt an Kontur

Neun Winzer und Weinbauvereine Brandenburgs haben am Samstag, den 12.10.2013 in Jerischke, die Fachgruppe Weinbau beim Landesgartenverband gegründet. Ziel ist es, das Image des brandenburgischen Weines weiter zu verbessern, sich über Anbaumethoden zu informieren und Vermarkungsstrategien zu entwickeln.
 
Zu den neun Gründungsmitgliedern gehören Winzer, die von ihrem Wein leben, Vereine mit kleinen Anbauflächen oder aber auch Traditionsvereine, für die touristische Aspekte im Vordergrund stehen.
 
Die Gründungsmitglieder sind:
Wolkenberg GmbH (Großräschen)
Weinbau Rietze (Luckau)
Verein zur Förderung des historischen Weinbaus Zesch e.V. (Zossen, OT Zesch)
Weinbau Dr. Wobar (Großräschen)
Weinbau Dr. Lindicke (Werder Havel)
Verein zur Förderung des historischen Weinbaus Schlieben e.V.
Marbachs Wolfshügel (Jerischke)
Weinbau Dr. Krause GbR (Cottbus, Klein Oßnig)
Bau- und Betreibergesellschaft IBA Terassen mbH (Großräschen)
 
Zum Vorsitzenden der Fachgruppe Weinbau wurde Dr. Andreas Wobar gewählt. Regelmäßige Jungweinproben und Tage des offenen Weinbergs sollen die hiesigen Produkte bekannter machen. Die nächste Jungweinprobe ist am 09. Mai 2014 in Werder (Havel).
 
An 26 Standorten wird in Brandenburg zur Zeit Wein angebaut. Darunter befinden sich das traditionsreiche Städtchen Schlieben in der Lausitz, der Gästesitz der Bundesregierung Schloss Meseberg oder der Gubener Weinbauverein, der auch selbst keltert. Gründungsmitglied ist auch der Weinverein Zesch, der im Jahr 2013 drei Sorten auf 3.000 m² gepflanzt hat. Erstmals erwähnt wurde der Zescher Weinberg bereits 1595. Als letzter der gesamten Region konnte er sich bis 1945 halten.
 
Die neue Interessenvertretung will auch Forderungen gegenüber der Politik formulieren. Hierbei geht es um Fragen zum Anbaugebiet „Brandenburger Landwein“, um die künftige Weinkontrolle und um mehr Fläche. Derzeit sind die Anbauflächen noch streng reglementiert. Ohne Rebrechte geht nichts. Brandenburg hatte im vergangenen Jahrzehnt für 10 Hektar Rebrechte aus Rheinland-Pfalz erhalten, die dort nicht gebraucht wurden. Die 10 Hektar sind längst erschöpft. Profitiert hat von dieser Zusatzfläche z.B. der Zescher Weinverein.
 
Insgesamt umfasst die Rebfläche in Brandenburg 30 Hektar. Allerdings gibt es Winzer und Weinbauvereine, die ihre Anbauflächen erweitern wollen beziehungsweise neue Interessenten, die Pflanzrechte benötigen.
 
Die Agrarministerkonferenz der Länder einigte sich jedoch Ende August 2013 darauf, dass die traditionellen westdeutschen Weinländer ihre Anbaufläche jährlich um ein halbes Prozent, die ostdeutschen Länder um ein Prozent ausweiten dürfen. Das bedeutet, dass jedes Jahr in Brandenburg nur 3.000 Quadratmeter neu aufgerebt werden Zu wenig für die Entwicklung dieses jungen Wirtschaftszweiges.
Weinberg "Wolfshügel" in Jerischke

Zurück