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3. Brandenburger Symposium zum Weinbau

Winzer und Weinbauexperten nicht nur aus Brandenburg trafen sich in Welzow

Der Weinbau im nördlichen Deutschland ist noch immer nicht alltäglich. Dabei gab es hier schon im 12. Jahrhundert Weinbau. Die jahrhundertealte Tradition des Weinbaus in Brandenburg (Ersterwähnung 1133) ist bislang wenig bekannt, erlebt aber in den letzten Jahren eine Renaissance. Diese begann im Jahr 1985 mit der Aufrebung des "Wachtelbergs" in Werder und wurde in den 90-er Jahren durch die Revitalisierung historischer Weinberge fortgeführt. Einen besonderen Impuls bekam die Entwicklung im Jahr 2008 durch die weitere Zuteilung von 15 ha Neupflanzrechten aus der Rebrechtreserve des Landes Rheinland-Pfalz. Dies führte zu einer Verdoppelung der Anbaufläche. Davon profitierte auch der neu angelegte Weinberg in Zesch.
 
Während des Brandenburger Symposiums zum Weinbau am 07.06.2013 wurde zunächst gemeinsam mit Winzern, Behörden, Ämtern und wissenschaftlichen Experten der 6 ha große Weinberg „Wolkenberg“ im Tagebau „Welzow Süd“ vorgestellt. 2010 wurde dieser wirtschaftlich eigenständige Weinbaubetrieb eingeweiht. Sieben Weinsorten mit über 26.000 Reben werden von der Wolkenberg GmbH bewirtschaftet. Die ersten gekelterten Weine wurden von den Teilnehmern mit Interesse verkostet. Bei dem Besuch des „Wolkenbergs“ machte dieser seinem Namen alle Ehre. Ein Gewitter zwang die Winzerfreunde die Besichtigung zu verkürzen und die Verkostung nach Welzow zu verschieben.
 
Ziel der Veranstaltung war es auch, die Weinbauern in Brandenburg besser zu vernetzen. So nutzten viele ehrenamtliche und hauptberufliche Winzer die Veranstaltung zum Austausch von Erfahrungen. Unser Verein war mit Heiko Kiwitt und Carsten Preuß vertreten. Fragen, beispielsweise zur Verbesserung des pH-Wertes, zur Verwendung von Stallmist oder zu ersten Schnittmaßnahmen, konnten mit verschiedenen Gesprächspartnern erörtert werden.
 
Herr Schubert vom Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft gab einen Überblick über den Weinbau in Brandenburg. Demnach gibt es derzeit 30 ha Rebfläche in Brandenburg, dass sind 0,03 % der gesamten Rebfläche in Deutschland. Somit umfasst der Zescher Weinberg 1 % der brandenburgischen Rebfläche!
 
Seit 2007 ist das Gebiet „Brandenburger Landwein“ bundesweit anerkannt. 12 Einzelunternehmen bewirtschaften 78% der brandenburgischen Rebfläche, 8 Weinbauvereine - unter ihnen der Weinbauverein Zesch – bewirtschaften 19 % der Rebfläche und 3 % werden von Selbstversorgern bewirtschaftet.
 
Herr Antes von der ANTES Weinbau-Service GmbH aus Heppenheim / Bergstrasse – von dem auch wir unsere Rebpflanzen bezogen haben – machte durch die Präsentation zahlreicher Messreihen deutlich, dass sich durch die Klimaerwärmung auch der Weinbau verändern wird. Weinreben reagieren wie kaum eine andere Kulturpflanze sehr empfindlich auf klimatische Bedingungen. Die Modellrechnungen zeigen eine deutliche Verschiebung der Grenzen für lohnenden Weinanbau. Allgemein kann davon ausgegangen werden, dass sich mit der Erwärmung auch die Weinqualität in „nördlichen Bereichen“ verbessert.
 
Herr Olzog vom Granower Winzerverein gab einen Einblick in die Kellerwirtschaft des Vereins.
Die Rebfläche des Vereins ist 1,0 ha groß. Sie ist mit ca. 4.500 Weinreben (sieben weiße und vier rote Sorten) bestockt. Die geernteten Trauben werden im eigenen Keller zu Wein verarbeitet. Der Wein wird dabei grundsätzlich trocken ausgebaut und in Flaschen mit Schraubverschluss selbst vermarktet.

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