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Schneiden, Biegen, Binden - Jahresauftakt 2016 auf dem Zescher Weinberg

Bis sich die ersten Knospen an den Reben öffnen, werden noch einige Tage ins Land gehen. Doch auch im März bleibt keine Zeit, um die Hände in den Schoß zu legen. Im März, werden die Fruchtruten gekürzt, nach unten gebogen und gebunden. Durch das Biegen und Binden wird eine gleichmäßige Verteilung der Triebe erreicht. Bei der Reberziehung wird die Rebe also in Form gebracht.

 

Heute war der offizielle Jahresauftakt auf dem Zescher Weinberg. Neben den anstehenden Arbeiten war auch Zeit für gemeinsames Pläne schmieden sowie für leckeres Essen und Trinken. Gegen die Kälte konnten wir uns am Feuer aufwärmen, über dem ein Topf mit schmackhafter Suppe brodelte.

 

Mit dem Rebschnitt wird altes Holz entfernt. Dies beeinflusst den Ertrag und damit auch die spätere Weinqualität ganz entscheidend, denn Anzahl und Länge der Fruchtruten mit ihren Trieben spielen dabei eine wichtige Rolle. Qualitätsbewusste Winzer reduzieren in der Regel den Rebstock auf zwei kürzere oder eine längere Rute. Durch das Biegen und Binden wird die Rebe in seiner Form stabilisiert, um eine gleichmäßige Versorgung der Triebe mit Nährstoffen gewährleistet. Denn: Die Weinrebe ist ein Lianengewächs, die den Drang hat, nach oben zu wachsen. In der Botanik wird diese Eigenschaft als Apikaldominanz bezeichnet - die Dominanz der Spitze. Das heißt: Die Pflanze baut von den Wurzeln aus "Druck" nach oben auf. Die oberste Knospe wird am stärksten versorgt, sie treibt dementsprechend schneller aus. Die Folge ist, dass sich der Rebstock ungleichmäßig entwickeln würde.

 

Im Weinbau ist jedoch das Gegenteil gewünscht. Deshalb biegt man die Reben, das zu einem "Saftstau" unterhalb der Biegestelle führt. Das heißt, der Pflanzensaft, der die Nährstoffe enthät, kann nicht in voller Kraft an die Spitze schießen, es werden auch die unteren Knospen - im Weinbau Augen genannt - besser versorgt.

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