Geschichte des Weinbaus in Zesch

Der 1595 erstmals schriftlich erwähnte Zescher Weinberg war der westlichste Ausläufer des Weinbaugebiets um Teupitz, das einst zur Niederlausitz gehörte. Zusammen mit dem Dorf Zesch war er im Besitz der Herren von Baruth (ab 1596 die Grafen bzw. die Fürsten zu Solms). Den 30jährigen Krieg, der das Dorf weitgehend entvölkert hatte, überstand der Weinberg offenbar ohne größere Schäden: Eine zeitgenössische Quelle gibt uns darüber Auskunft, dass sogar die Presse und das Winzerhaus überlebt hatten.

Dorfchronik von 1936
Aus der Dorfchronik von 1936 erfahren wir, dass der Zescher Weinberg in den 1930er Jahren noch bewirtschaftet wurde – im Gegensatz zu den anderen Weinbergen der Region, wie etwa Teupitz, Baruth, Jüterbog und Zossen. Als einziger Weinberg der Region war er bis nach dem Zweiten Weltkrieg in Betrieb.

Lage und Struktur
Die Struktur des 92,6 m hohen Weinbergs ist bis heute deutlich zu erkennen. Im Süden und Westen wird er von einem niedrigen Wall begrenzt. Hier befand sich auch die Einfahrt zum Weinberg, die noch heute von zwei großen Esskastanien flankiert wird, die eine Art Tor bilden. Auf dem Süd- und Osthang des Weinberges standen die Reben. Noch heute haben sich einige alte Reben erhalten. Am Fuße des Weinberges befindet sich eine Streuobstwiese.

Bauliche Reste
Sogar einige bauliche Reste sind noch vorhanden. Fundamente am Südhang des Weinberges zeugen von dem im 17. Jahrhundert erwähnten Winzerhaus mit Weinpresse. Jenseits des Weinbergs, etwas weiter westlich gelegen, befindet sich noch der Rest eines ehemaligen Weinkellers. Dieser Gewölbekeller besaß eine Länge von 11 m.